
Mit dem Rad durch Europa
UNTERWEGS VOM 19.07.2010 BIS 03.10.2011
DIE IDEE!
IM NOVEMBER 2009 FASSTEN WIR (ANNA UND CARSTEN) DEN ENTSCHLUSS, UNSERE GEWOHNTE UMGEBUNG,
UNSERE WOHNUNG UND UNSERE JOBS AUFZUGEBEN, UM MIT DEM FAHRRAD FÜR 1-
Hier geht es zu unserem Gästebuch
11.10.2011 -
Die letzten Kilometer durch Deutschland sind von Wiedersehen und Vorfreude geprägt. Das Zelt haben wir nicht mehr gebraucht. Jeden Abend wurden wir von anderen lieben Menschen begrüßt und empfangen. So fällt es uns nicht so schwer uns langsam von unserer Reise zu verabschieden. Es war selbst für uns eine unvorstellbare Zeit. Wir hatten im Prinzip keine Vorstellung was uns erwarten würde und wie es uns dabei geht. Doch im Nachhinein betrachtet war es das Beste, was wir tun konnten.
Mit unserer Internetseite haben wir versucht einen Einblick in so eine Reise zu geben. So umfangreich die Seite auch geworden ist, kann sie doch nur einen Bruchteil dessen wiedergeben, wie intensiv, eindrücklich und erlebnisreich solch eine Reise ist. Viele Erfahrungen werden unsere bleiben, weil man sie mit all den Bildern und Berichten trotzdem nicht wiedergeben kann. Es ist das, was wir empfunden und gefühlt haben auf dem Rad, was diese Reise für uns einzigartig machte. Dabei sind die Tiefpunkte genauso wichtig, wie die vielen Höhepunkte. Es war eine wichtige Zeit für uns, in der wir uns deutlich besser kennengelernt haben. Deswegen sind wir wahrscheinlich keine anderen Menschen geworden. Wir haben nur gelernt, viele Dinge in einem anderen Kontext zu sehen und ein zu ordnen. Eine Frage bleibt: „Wie geht es weiter?" Wir wissen es nicht genau aber das ist auch nicht schlimm. Auch das haben wir gelernt, es kann sehr positiv sein, nicht immer genau zu wissen, was auf einen zukommt.
Wir bedanken uns bei allen, die uns mit ihrem Feedback immer wieder ermutigt haben, weiter zu machen. Für uns geht ein ganz besonderer Lebensabschnitt zu Ende und andere Ziele und Wünsche rücken wieder in den Vordergrund. Was immer auch kommt, diese Reise wird ein Teil von uns bleiben.
11.09.2011 -
Über 2 Monate waren wir in Norwegen. 3200 km haben wir in dieser Zeit zurück gelegt. Es war eine sehr intensive und wunderbare Zeit. Dass wir von Norwegen begeistert sind, haben wir glaube ich schon einmal angedeutet. Damit jetzt aber nicht alle auf die Idee kommen, ihren nächsten Urlaub in Norwegen zu verbringen, haben wir hier ein paar gute Gründe, die dagegen sprechen:
1. Norwegen ist ein Meister im Tunnel bauen. Wer mit dem Auto kommt, wird vorwiegend durch Tunnel fahren und sieht NICHTS. Wenn man doch mal aus den Tunneln heraus kommt, ist man so geblendet vom Tageslicht, dass man NICHTS sieht.
2. Alle interessanten Straßen (die mit weniger Tunneln) sind Extra-
3. Im Brückenbau ist Norwegen nicht so gut wie im Tunnelbau. Dafür gibt es jede Menge teure Fähren. Bei längeren Fahrten stehen die Chancen gut, dass einem schlecht wird und man keine Lust hat irgendetwas zu sehen und sieht wieder NICHTS.
4. Sollte keiner der ersten 3 Punkte zutreffen, ist dass Wetter höchstwahrscheinlich schlecht. Zum täglichen Regen kommt häufig auch Nebel und ihr werdet NICHTS sehen.
Für die, die NICHTS in Norwegen gesehen haben, können sich zumindest unsere 200 Bilder anschauen, was sie hätten sehen können .
23.08.2011 -
In unseren Tagesberichten sind wir schon einmal auf das Thema eingegangen. Uns war
aber nicht klar, dass unsere zwei Norwegen-
21.08.2011 -
Norwegen ist ein wirklich außergewöhnliches Land. Die Landschaft ist grandios aber auch die Menschen sind es. Hier scheint die Welt tatsächlich noch ein bisschen mehr in Ordnung zu sein. Die Menschen sind unkompliziert und wirken sehr entspannt und zufrieden. Fast alles läuft ohne Hektik und Stress ab. Die Menschen begegnen einem offen und mit kleinen freundlichen Gesten und Geschenken, die an sich nichts außergewöhnliches sind aber uns schon so fremd vorkommen, weil es sie in großen Teilen von Europa schon fast nicht mehr gibt. So lud man uns ein nach Hause, schenkte uns kleine Dinge oder öffnete uns auch noch nach Ladenschluss die Tür, um etwas einkaufen zu können. Vieles läuft noch auf Vertrauensbasis unter dem Motto "Nimm dir was du brauchst und wirf das Geld dann da hinein".
Wir haben gefunden, was wir gesucht haben. Wir durften viele Momente der Glückseligkeit erleben. Momente in denen wir vollkommen mit uns im Reinen, zufrieden und glücklich waren. Die Momente sind schwer festzuhalten und vergehen. Insgesamt sind wir aber ruhiger und gelassener gegenüber neuen oder stressigen Situationen geworden. Wir freuen uns wieder mehr über Kleinigkeiten und nehmen nicht alles für selbstverständlich. Wir sind mit weniger zufrieden. Körperlich sind wir deutlich fitter geworden. Wie lange sich dieser Zustand hält, wenn wir wieder in einem normalen Alltag sind, werden wir sehen.
Unsere Reise nähert sich dem Ende. Die letzten Tage und Wochen verfliegen so schnell. Einerseits ist die Freude auf zu Hause unglaublich groß, andererseits müssen wir akzeptieren, dass unsere Reise bald vorbei ist und unser Alltag dann wieder ein ganz anderer sein wird. Bis Mitte September werden wir noch in Norwegen "rumeiern" und dann die Fähre von Kristiansand nach Hirthals nehmen.
26.07.2011 -
Schon nach den ersten Tagen sind wir wieder hin und weg von Norwegen. Das Land ist fantastisch. Ein landschaftliches Highlight jagt das Nächste. Wir können kaum mehr als 2 km am Stück fahren, ohne ein Foto zu machen. Viele Länder haben schöne Ecken. In Norwegen gibt es kaum Ecken, die nicht schön sind. Hier kommt einfach alles zusammen, was wir am meisten lieben. Jede Menge Berge in allen Formen, Farben (je nach Licht) und Größen. Wasser in jeder Form als Eis, Schnee, Bäche, Flüsse, Wasserfälle, Seen, Fjorde und das Meer (als Regen natürlich auch). Das Ganze ist oft äußerst dramatisch arrangiert. Ein bisschen so, als wenn man die Alpen ab 2000 m Höhe abgeschnitten und zur Hälfte ins Meer gesetzt hätte. Eine dünne Besiedlung und nur dezenter Tourismus lassen der Natur ihre Ursprünglichkeit. Jeder Tag war bisher etwas besonderes. Es ist nicht nur die schöne Natur, die uns begeistert, sondern auch die Herzlichkeit und Offenheit, die uns von den Norwegern entgegengebracht wurde, denen wir bisher begegneten. Es hat sich gelohnt die 14.000 km vorher auf uns zu nehmen, um nach Norwegen zu kommen. Wären wir zuerst nach Norwegen gefahren, wäre es für die anderen Länder schwer geworden oder wir hätten wohl die gesamte Zeit hier verbracht.
30.06.2011 -
Der Ruf der Heimat klang schon sehr stark in unseren Ohren. Fast wären wir schwach geworden und hätten unsere Pläne für Skandinavien verkürzt. Der Anfang war auch eher durchwachsen. Mit verdorbenen Magen durfte ich 3 Tage meine Isomatte bewachen. Mittelschweden ist auch nicht gleich das ganz große Landschaftsdrama. Es geht eher monoton schön dahin. Aber so schnell geben wir nicht auf. Die Gedanken an zu Hause haben wir noch mal zurückgeschoben und uns klar gemacht, dass das hier unsere Chance ist und wir sie nutzen sollten, solch eine Reise in der Art und Weise tun zu können. Wer weiß, wann wir wieder dazu die Gelegenheit haben werden. Skandinavien ist groß. An die Weite und Menschenleere gewöhnen wir uns Stück für Stück. Riesige Gebiete sind einfach Natur pur. In Polen haben wir uns noch über jedes Stück (Ur)Wald gefreut. Jetzt freuen wir uns über jedes Stück, was nicht bewaldet ist oder anders gesagt, wenn wir die Baumgrenze erreichen und einen Vorgeschmack auf die Tundra bekommen. So steigern sich die Landschaftseindrücke langsam. Bis zum Nordkap wollen wir nicht aber ein ganzes Stück über den Polarkreis sollten wir es schaffen. Auf uns wartet das Land der Sami und Rentiere aber auch Einsamkeit und Mückenschwärme. Lappland haben wir erreicht und unsere Motivation steigt mit jedem Kilometer.
26.05.2011 -
Die Alpen waren angenehm zum Radeln. Richtig anstrengend wurde es erst, als die Alpen hinter uns lagen und wir durch den hügeligen Teil von Österreich gefahren sind. Das kurze Stück durch Ungarn war dann gleich doppelt angenehm. Es war flach und wir trafen 3 andere Reiseradler mit denen wir zusammen 3 Tage an der Donau entlang radeln durften. Die Wenigen, die wir bisher trafen, fuhren meist in die entgegengesetzte Richtung. In der Slowakei waren wir dann wieder allein.
Die Slowakei war ganz nach unserem Geschmack gebirgig, ruhig und günstig. In der Slowakei hat fast jeder Gebirgszug seinen eigenen Namen. So sind wir durch das slowakische Erzgebirge, vorbei an der niederen Tatra, durch das Slowakische Paradies und die Beskiden gefahren. Die steil aufragenden Gipfel der Hohen Tatra haben wir nur von Weitem gesehen. Die Menschen sind zurückhaltend freundlich. Besonders auf dem Land lebt man noch sehr traditionell und Vieles wird durch Handarbeit gefertigt. Die Preise sind recht günstig. Wenige Häuser sind neugebaut, viele haben einfach nur einen neuen Farbanstrich bekommen aber auch viele verfallene und armselige Häuser lagen an unserem Wegesrand. Die Ferienorte besitzen häufig noch den Charme sozialistischer Zeiten.
Unsere Internetseite hat inzwischen stark an Umfang zugenommen und auch die Pflege und Aktualisierung nimmt relativ viel Zeit in Anspruch. Weswegen wir schon darüber nachgedacht haben, bestimmte Bereiche wieder zu verkleinern. Wir merken aber, dass uns die Internetseite sehr hilft, das Erlebte besser zu verarbeiten. So sind wir gezwungen uns regelmäßig noch einmal Gedanken über die vergangenen Tage zu machen. Schnell gehen Details verloren oder man kann sie nicht mehr eindeutig zuordnen, wann und wo etwas gewesen ist. Wir sehen es auch daran, dass wir hin und wieder darüber nachdenken, wie wir Dieses oder Jenes bei unserer Ostseetour gemacht haben, können uns aber oft nicht mehr richtig erinnern. So werden wir die Seite auch weiterhin so gestalten, wie sie bisher ist, damit wir selbst nichts vergessen. Manchmal schauen wir uns die Bilder vom Beginn der Tour an und sagen dann schon: "Ach, weißt du noch...".
Als Nächstes werden wir versuchen, zügig Polen und Litauen zu durchqueren, um ca. Mitte Juni in Riga zu sein. Von dort geht es mit der Fähre weiter nach Stockholm.
06.04.2011 -
8,5 Monate und 9000 km liegen hinter uns und damit mehr als die Hälfte nach unseren aktuellen Plänen. Für die erste Hälfte hatten wir einen Grobplan. Für danach hatten wir uns gedanklich viele Möglichkeiten offen gehalten. Die Erfahrungen der ersten Monate sollten uns zeigen, wohin unsere Reise gehen kann. Bei den vielen Möglichkeiten, die uns theoretisch offen stehen, haben wir uns für eine relativ unspektakuläre entschieden. Von Frankreich aus wollen wir weiter durch die Schweiz, Österreich, Tschechien, Slowakei und Polen nach Skandinavien. Die Sommermonate verbringen wir dann in Schweden und Norwegen. Warum? Wir haben auf unserer bisherigen Reise festgestellt, dass es vor allem die Natur ist, die wir suchen und die uns begeistert. Ebenso brauchen wir, damit wir das Radfahren genießen können, eine gewisse Infrastruktur. Kleine möglichst autofreie Straßen oder noch besser ganz autofreie Wege. Große Städte und Ballungsräume mit viel Verkehr und vielen Menschen interessieren uns weniger auf dieser Reise. Es spricht vieles für Europa. Europa bietet viel Abwechslung, einzigartige und vielfältige Landschaften, eine breite Auswahl an Straßen und reizvolle Dörfer und Städtchen. Skandinavien stand schon die ganze Zeit ganz oben auf unserer Liste. Auch nach dem, was wir bisher gesehen haben, ist und bleibt Norwegen unser Lieblingsland. Es gibt natürlich auch außerhalb von Europa viele Ziele, die uns reizen würden aber nicht unbedingt mit dem Rad. So heben wir uns diese Ziele noch auf. Spanien und Frankreich haben uns wieder gezeigt, wie schön das Radfahren in Europa sein kann. Auch wenn die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern nicht mehr all zu groß sind, so sind es doch die vielen kleinen Feinheiten, die jedes Land für sich interessant machen. Auch beim zweiten Besuch sind wir von Frankreich hin und weg. Gut, richtig enttäuscht hat uns bisher kein Land und so wollen wir auch noch mehr der europäischen Länder sehen. Einen weiteren Vorteil hat das Ganze. So langsam wir auch sind, von einer schönen Gegend bekommen wir nie genug. Wenn wir später den Wunsch verspüren, noch einmal zurück zu kehren, sind die Ziele nicht weit entfernt.
Anna hatte ja schon geschrieben, dass es uns noch nicht reicht. Jetzt wo das Radfahren langsam anfängt Spaß zu machen, können wir ja schließlich nicht aufhören. Ganz ehrlich, die ersten Monate kamen mir schon manchmal vor, wie ein niemals endender Spinningkurs, wo immer die schwerste Stufe eingestellt ist und man einfach nicht leichter stellen kann. Nur das die Kulisse deutlich schöner und abwechslungsreicher war. Die Anpassung an die körperliche Belastung dauert deutlich länger, als erwartet. Inzwischen sind wir stärker geworden, auch wenn sich das mit keinem der vielen Werte, die unsere Technik aufzeichnet, eindeutig beweisen lässt. Aber wenn wir daran denken, dass wir bei unseren Trainingsrunden ohne Gepäck bei der Hochfahrt auf die Autobahnbrücke aus der Puste gekommen sind, ist es schon etwas besser geworden. Ein paar hundert Höhenmeter am Tag sind jetzt ganz normal und selbst an Tagen mit 1000 Höhenmetern und mehr, reicht die Kraft am Ende noch für ein kleines Lächeln.
Ob wir uns durch die Reise verändern, wissen wir nicht, das müssen andere beurteilen,
wenn wir wieder zurück sind. Die Reise gibt uns die Zeit über viele Sachen nachzudenken
und teilweise verändert sich dadurch der Blick auf die Dinge. Es wird uns klar, was
uns wichtig ist und was nicht. Im Großen und Ganzen sind wir aber noch Anna und Carsten,
hoffen wir zumindest. Die kommenden Monate sollen ganz im Zeichen des Genusses stehen.
Die größten Schwierigkeiten sollten wir hinter uns haben, die Anpassung an die körperliche
Belastung, an das ständige Draußen-
Haben wir in den letzten Monaten eher zurück geschaut und uns Gedanken gemacht, was gewesen ist, richtet sich der Blick langsam mehr nach vorn und wir denken darüber nach, wie es danach weiter gehen kann. Wir blicken sehr positiv und motiviert in die Zukunft aber noch ist es nicht soweit. Noch stehen uns hoffentlich einige schöne Monate auf Tour bevor.
03.03.2011 -
Eine Zusammenfassung über die Kanaren zu schreiben, fällt uns besonders schwer. Einerseits
haben uns die Kanaren mit ihrer oft dramatischen Schönheit begeistert, andererseits
hatten wir mit Schwierigkeiten zu kämpfen, mit denen wir vorher nicht rechnen konnten.
Die ersten Tage auf Teneriffa ließen wir es gemütlich angehen. Wir mussten uns ja
auch erst mal an das hiesige sehr schöne und ungewohnt warme Wetter gewöhnen -
In La Gomera wurden wir von der wilden Schönheit aber auch Steilheit überrascht. Die Insel wird zerschnitten von ca. 40 Barrancos (Schluchten) und bis zu 1300 Metern hohen Felswänden. Der kleinste Pass der eine Schlucht mit der nächsten verbindet, ist ca. 600 m hoch alle anderen noch weit höher. Hier wurden uns mal wieder deutlich unsere Grenzen aufgezeigt. Wir kämpften uns von einer Schlucht zur nächsten, bis das Knie streikte. Danach war unser Kampfeswille etwas gebrochen.
In La Palma schafften wir es gerade mal 6 km aus der Hafenstadt raus und kehrten um. Die Schinderei war einfach zu groß. Das Rad blieb hier vorwiegend stehen. Wir erkundeten die Insel per Auto, Bus und zu Fuß. Landschaftlich übertraf La Palma noch die schon atemberaubende Insel La Gomera. Jüngere und ältere Vulkane, ein riesiger Vulkankrater mit 8 km Durchmesser und 2400 m hohen Kraterwänden, Lavafelder, subtropische Urwälder, ausgedehnte Kiefernwälder, Kakteen, Blumen, Hartlaubgewächse boten extrem viel Abwechslung. Nachdem wir hier nun auch verschiedene Spielarten ausprobieren mussten, haben wir wieder mal gemerkt, dass uns das Radfahren von allen Fortbewegungsmethoden am besten gefällt. Laufen ist uns zu langsam, alles andere zu schnell. Die Eindrücke auf dem Rad sind einfach am intensivsten. Man sieht mehr, fühlt und riecht seine Umgebung und noch einen entscheidenden Vorteil bietet das Rad, man kann überall anhalten. Auch wenn das Radfahren hier auf den Inseln oft frustrierend war. Nicht nur einmal mussten wir umkehren, weil wir es einfach nicht mehr weiter geschafft hätten.
So auch, als wir noch einmal nach Teneriffa kommen und versuchen Richtung El Teide, dem höchsten Berg Spaniens, zu radeln. Persönlich waren es für uns Bestleistungen aber es reichte eben nicht bis ganz nach oben. Am Ende fehlten noch 10 km und wenige Höhenmeter (bis zum Straßen höchsten Punkt) aber es ging einfach nicht mehr, auf 2100 m kehren wir um.
Erst auf Lanzarote wissen wir wieder, warum wir das Rad mit haben. Die Insel ist ganz anders, als die bisher gesehenen. Auf den ersten Blick sieht die Insel nur trocken und karg aus. Auf den zweiten Blick sieht man eine bizarre Vulkanlandschaft mit Lavawüsten und vielen Vulkankratern in verschiedenen Farbschattierungen. Es ist die erste Insel, auf der man richtig gut Radfahren kann. Nicht umsonst trainieren hier auch viele vorwiegend Radrennfahrer. Auf den anderen Inseln haben wir so gut wie keine anderen Radfahrer gesehen.
Fuerteventura ähnelt Lanzarote ist aber noch karger und die Gegend wirkt schon teilweise trostlos. War der Wind auf Lanzarote noch ganz erträglich, so bläst der Wind hier noch einen ganzen Zahn schärfer, so dass es eigentlich nur Spaß macht, mit dem Wind zu fahren. Leider gibt es keinen Rücktransport, wenn man unten angekommen ist.
Alles in allem waren die Insel eine tolle Bereicherung. Es lohnt sich auf jeden Fall die eine oder andere Insel einmal zu besuchen, auch wenn der Massentourismus häufig sehr stark ist. Jetzt freuen wir uns aber erst mal wieder aufs Festland, wo wir hoffentlich endlich wieder normal Radfahren können.
02.02.2011 -
Die ersten 4 Wochen standen weniger im Zeichen des Radfahrens. Auf Teneriffa haben
wir uns ein paar Tage aufgehalten, weil Anna sich von den Folgen zu hoher Belastung
erholen musste und auf La Gomera hat es dann mein Knie erneut erwischt, so dass wir
eine weitere Woche Zwangsaufenthalt hatten. Die wenigen Tage, die wir uns auf La
Gomera bewegt haben (per Rad, Moped und zu Fuß) waren dafür alle großartig. Das Radfahren
hat hier eine neue Leistungsstufe erreicht. 20-
05.01.2011 -
Portugal zeigte sich uns nicht gleich von der schönsten Seite. In den ersten 3 Tagen haben wir kein einziges Foto gemacht, dass gab es noch nie. Teilweise zwar auch, weil das Wetter nicht dazu einlud die Kamera aus der Tasche zu holen aber auch so gab es nicht wirklich viel, was wir fotografieren hätten wollen. Der Norden Portugals ist stark besiedelt, dementsprechend verbaut und die Verkehrsdichte ist sehr hoch. Alles Dinge die nicht gerade zu unseren Favoriten gehören. In Porto waren wir sogar schon auf dem Flughafen. Es hat nur ein günstiger Flug gefehlt und wir hätten Portugal hinter uns gelassen. Aber zum Glück gab es diesen nicht. Belesen und zum ersten Mal auch mit einer Straßenkarte ausgerüstet, verließen wir Porto und die Küste, um unsere Tour im Inland fortzusetzen. Das Dourotal war schon mal eine gute Einstimmung. Gefolgt von wunderschönen Radtagen (sowohl das Wetter, die Straßen und die Landschaft waren ein Traum) durch die Serra da Estrela und die Serra da Lousá. In diesen Tagen purzelte aber auch ein Höhenrekord nach dem anderen. In 10 Tagen waren es knapp 10000 Höhenmeter, an einem Tag alleine kamen wir auf 1700.
Mit Überquerung des Rio Tejo ändert sich das Bild von Portugal schlagartig. Die Landschaft ist auf der anderen Seite mit einem Mal flach (der Tag zuvor war der Tag mit 1700 Höhenmetern), nur noch dünn besiedelt und riesige Ländereien mit Korkeichenplantagen bestimmen das Bild. Allerdings gibt es auch nur noch wenige Straßen, die sehr gut frequentiert sind und so radeln wir wieder zur Küste. Wir statten Lissabon einen kurzen Besuch mit dem Bus ab, können der Stadt aber nicht viel abgewinnen. Porto hat uns da schon wesentlich besser gefallen. Viel mehr begeistert uns der Strand und die Serra da Arrábida direkt bei Setúbal mit ihren grünen Bergen und ihren kleinen Buchten mit Sandstrand, kleinen Felsen, Palmen und Kakteen.
Von Setúbal fahren wir an der Küste entlang bis fast zum südwestlichsten Punkt. Die Küste wird je weiter man nach Süden kommt immer steiler und wilder. Nur kleine Stichstraßen führen zur Küste. Der Anblick der Küste ist grandios und atemberaubend wild. Die irische Küste mit ähnlichen Steilküsten hat uns schon sehr gut gefallen, die Portugiesische übertrifft diese noch, obwohl sie nicht so hoch ist wie die Irische, dafür aber noch viel natürlicher. Nur zu Fuß und mit viel Aufwand kommt man an die schönsten Stellen. Wir haben Glück, dass wir in Carrapateira mehr ungeplant stranden und ein Einheimischer, der sich bestens auskennt, uns wertvolle Insidertipps mit genauster Beschreibung gibt, wo wir die schönsten Stellen der Küste zu Gesicht bekommen. So erkunden wir einen Tag die Küste zu Fuß und erleben einen unserer schönsten Tage bisher in einer einzigartigen und einsamen Landschaft.
Die Küste der Algarve ist nicht minder schön. Im Gegenteil viele der kleinen Buchten mit ihren sandsteinähnlichen Felsen und Grotten sind traumhaft. Nur Einsamkeit und Ruhe findet man weniger. Dass die Küste sehr beliebt ist, sieht man ihr an. Es gibt fast keinen Fleck, der nicht bebaut ist. So haben wir ein gemischtes Bild von dieser Küste.
So begeistert uns Portugal am Ende so sehr, dass es uns richtig schwer fällt, Abschied zu nehmen und wir wissen genau, wir wollen schnellstmöglich wieder kommen.
Weihnachten und Silvester sind natürlich etwas anders ausgefallen als sonst, aber das holen wir alles nach. Dafür dürfen wir uns über viele neue Leser und positives Feedback freuen, Dank eines kleinen Artikels in der aktuellen Trekkingbike.
01.12.2010 -
Wir sind in Santiago de Compostela angekommen. Auch wenn wir sehr neutral an den Jakobsweg heran gegangen sind und den Weg mehr als Mittel zum Zweck benutzen wollten, können wir jetzt sagen, der Weg war und ist etwas besonderes. Kein Weg hat uns bisher so unsere Schwächen und Stärken aufgezeigt wie dieser. Auch haben Anna und ich zum ersten Mal den Weg sehr unterschiedlich empfunden.
Es sind die Menschen auf und am Weg, die den Weg zu etwas Außergewöhnlichem machen. Die Refugios muss man erlebt haben, auch wenn die Bedingungen teilweise gewöhnungsbedürftig sind (enge Platzverhältnisse, schnarchende und riechende Mitschläfer, wenige Sanitäranlagen, kalte Räume und manchmal lässt auch die Sauberkeit zu wünschen übrig), so kommt man doch mit Menschen aus aller Welt zusammen, die für eine gewisse Zeit den selben Weg gehen und das selbe Ziel verfolgen. Viele Abende werden uns unvergesslich bleiben, besonders die Abende in Granon und Tosantos, wo noch zusammen gekocht und gegessen wird.
Natürlich merkt man auch hin-
Nun werden wir wieder nach Süden abbiegen und hoffentlich bald wieder auf wärmere Temperaturen treffen. Die vielen Tage mit nur knapp über Null Grad, haben doch sehr an uns gezehrt. An Zelten ist momentan nicht zu denken. So werden wir weiter in der Nähe eines Pilgerweges (portugiesischer Weg) bleiben, um die Refugios oder Herbergen weiter nutzen zu können.
04.11.2010 -
Wir haben unser Zelt zu Füßen der Pyrenäen aufgeschlagen. Damit haben wir ein weiteres
Land durchquert, was am Anfang noch so groß aussah. Frankreich bot zwar nicht die
großen landschaftlichen Highlights aber dafür war es sehr beschaulich und ruhig.
In keinem anderen Land hatten wir bisher so wenig Verkehr auf den Nebenstraßen und
haben so wenig Menschen gesehen wie hier. Ganze Landstriche und Orte wirkten oft
wie ausgestorben. Wir haben diese Ruhe sehr genossen. Landschaftlich hat uns besonders
die Küstenregion in Aquitanien gefallen mit ihren endlos scheinenden Traumstränden,
einer wilden Dünenlandschaft und kilometerlangen Kiefernwäldern. Unsere Beine konnten
sich endlich mal erholen. Mal abgesehen vom ersten Tag war Frankreich eher flach.
Auch vom Wetter wurden wir sehr verwöhnt. In 3 Wochen hatten wir gerade mal 2 Regentage,
sehr viel Sonne und tagsüber Temperaturen von 15-
Einen Tag Ruhe gönnen wir uns noch, bevor wir die Pyrenäen in Angriff nehmen. In
Saint-
13.10.2010 -
Nach genau 2 Monaten Großbritannien und Irland haben wir wieder das europäische Festland
erreicht. Pünktlich 7.30 Uhr legte unsere Fähre in Roscoff/ Frankreich an. Die Bretagne
empfing uns sehr freundlich. Nach Wochen des unbeständigen Wetters sind die ersten
Tage in der Bretagne eine Wohltat. Blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen über
20 Grad hatten wir lange nicht mehr. Zum ersten Mal können wir wieder nur im T-
24.09.2010 Irland -
Wie heißt es doch so schön in unserem Reiseführer zu Irland. "Tatsächlich sind die Voraussetzungen für individuelle Radtouren gut, gelegentliche Flüche nicht ausgeschlossen. Wichtig ist nur, dass die Motivation stimmt. Denn durch Irland radeln heißt: Näher dran sein an Natur, Wind und Wetter. An Straße, Land und Leuten. An tausend Mal Grün." Ja das können wir schon größtenteils bestätigen.
Leute: Die Menschen sind sehr freundlich. Den ersten Iren den wir schon auf der Fähre kennengelernt haben, hat, nachdem wir ihn nach einem Zeltplatz in Larne fragten, gleich einen Freund dort angerufen, der uns von der Fähre abholte und zusammen haben die zwei uns dann sogar noch bis zum Zeltplatz eskortiert, da haben wir nicht schlecht gestaunt. Jeden Iren den wir bisher nach etwas fragten, zeigte sich sehr hilfsbereit und äußerst freundlich. Gut nicht alle Iren begleiten einen gleich bis zum Ziel, aber dafür sind die Wegbeschreibungen sehr ausführlich und es wird auch gern 3 mal erklärt, bis sie sich sicher sind, das sie alles getan haben, damit man es versteht .
Wind: Die Nordküste empfing uns äußerst stürmisch und natürlich wie sollte es anders
sein, kam dieser stürmische Wind mal wieder von vorne. Selbst mit größerer Anstrengung
bremste der Wind unser Vorwärtskommen (ebene Strecke) auf 7-
Natur: Irland ist nicht überall extrem spannend, aber es gibt schon viele Stellen, da verschlägt es einem einfach den Atem. So sind zum Beispiel viele Küstenabschnitte extrem schön, die gesamte Nordküste ist grandios. Eine Steilküste bestehend aus Basaltklippen, Kreidefelsen und Granitabbrüchen mit wunderschönen Buchten und Stränden dazwischen (siehe auch Bilder Internetseite). Das Inland ist auch durchaus sehenswert. Einerseits hat man das typische Bild, welches wir auch schon oft in England gesehen haben, Wiesen, Weiden, sanfte grüne Hügel mit Schafen, Kühen und Pferden. Andererseits gibt es die bergigeren Gebiete, wo das Landschaftbild sich fast von Meereshöhe an extrem verändert. Man kommt sich mit einem Mal vor, als wenn man hoch oben in den Bergen ist, dabei befindet man sich noch fast auf Meereshöhe.
Wetter: Das Wetter macht uns ganz schön zu schaffen. Erst sehr starker Wind, dann Wind mit immer wieder sehr schnellen und heftigen Regenschauern, Temperaturen unter 10 Grad, Nieselregen, Dauerregen... Das lässt unsere Laune doch teilweise ganz schön absacken. Abgesehen davon, dass wir schwer am kämpfen sind unsere Ausrüstung einigermaßen trocken zu halten oder wieder trocken zu bekommen, wenn wieder mal etwas nass geworden ist. Auch leidet unsere Ausrüstung (genauso wie wir) unter diesen Bedingungen und zeigt erste Verschleißerscheinungen. Das Zelt hat erste undichte Stellen, die Räder rosten, die Wäscheklammern schimmeln, in die guten Ortliebtaschen kommt auch irgendwie Wasser und unsere Sachen fangen schneller an zu muffeln. Wenn wir doch mal Sonne sehen, was im Moment sehr selten vorkommt, machen wir schon fast einen kleinen Freudentanz.
Straßen: Die Straßen sind doch widererwartend recht gut. Einige Reiseführer und Berichte haben davor gewarnt, dass die Straßen doch recht löchrig sind in der Republik Irland. Hier hat sich anscheinend viel getan in den letzten Jahren, zumindest sehen die meisten Beläge recht neu aus und sind tadellos. Auch gibt es sehr viele kleine Nebenstraßen, was uns Radfahrer natürlich freut.
Flüche: Die lassen wir mal lieber weg an dieser Stelle .
Motivation: Unsere Motivation ist extrem hoch. Wir wollen so schnell wie möglich in den wärmeren Süden!
10.09.2010 -
nach dem wir den Weg und viele Gipfelstürmer 2 Tage lang beobachtet haben, um die
beste Taktik herauszufinden, sind wir am 03.09 im Alpinstil zum Ben Nevis aufgestiegen.
Der Wecker klingelte nicht und bereits 11.30 Uhr befanden wir uns am Einstieg. Hoch
motiviert und von unserem 6 wöchigen Radvorbereitungstraining überzeugt, stiegen
wir zügig auf. Unterwegs wurden noch einige andere Gipfelstürmer überholt, was für
unser Selbstbewusstsein natürlich super war. 2,5 h später und 1300 m höher standen
wir auf dem Gipfel zusammen mit ca. 100 anderen. So weit so gut. Der Ben Nevis zählt
sicher nicht zu den schönsten Bergen aber als Höchster Großbritanniens genießt er
natürlich eine hohe Aufmerksamkeit. Wir fühlten uns fast genauso groß wie der Berg.
Der Gipfel selbst ist ein recht karger, runder, großer Schotterhaufen und dank der
diesigen Sicht, gab es auch nicht viel drum herum zu sehen trotz bestem Wetter. Also
ein kurzer Aufenthalt und schnell wieder runter, ein paar schöne Fotos waren ja auch
im Kasten. Nun ja, wir hätten damit rechnen müssen, die 1300 m auch irgendwie wieder
runter zu müssen aber dafür war die Vorbereitungszeit vielleicht doch zu kurz. Nach
den ersten 200 Höhenmetern machten sich schon erste Zipperlein in den Beinen bemerkbar,
nach der Hälfte waren es schon leichte Schmerzen, am Ende bewegten sich die Beine
nur noch relativ unkontrolliert nach unten mit diversen Auahs-
Das Radfahren durch Schottland genießen wir zur Zeit sehr. Eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, tolle Wege, sehr freundliche Menschen und traumhafte Schlafplätze begeistern uns voll und ganz. Auch das Wetter meint es relativ gut mit uns. So lassen wir uns noch ein bisschen Zeit, bevor wir mit der Fähre nach Irland übersetzen werden. Wir können die Schönheit der Landschaft nur schwer in Worte fassen aber unsere Fotos auf unserer Website sollten euch ein kleines Bild davon geben können.
02.09.2010 -
01.09: Seit gestern haben wir das Basislager am Ben Nevis aufgeschlagen, dem höchsten Berg Großbritanniens mit 1344 m, die von Meereshöhe erklommen werden müssen. Heute haben wir uns noch im Basislager akklimatisiert. Morgen werden wir beginnen bis zum Camp 1 aufzusteigen, um dann in den nächsten Tagen den Gipfel zu stürmen. Die Wettervorhersage ist fantastisch. Nach Wochen des Radfahrens wollen wir hier ein paar Tage bleiben.
Die ersten 6 Wochen waren sehr abwechslungsreich aber auch sehr anstrengend. Die körperliche Belastung ist sehr hoch. Trotz regelmäßiger Erholungstage hatten wir in den letzten Tagen das Gefühl, dass sich unsere Beine nicht 100% erholen. So haben wir auch in letzter Zeit mehrfach die Möglichkeit genutzt, Teilstrecken mit dem Zug zu fahren. Jetzt werden wir uns einige Tage Urlaub vom Radfahren gönnen, um dann zurück Richtung Glasgow zu radeln und mit der Fähre nach Irland überzusetzen.
So eine Reise ist schon eine Sache für sich. Abgesehen von der hohen körperlichen
Herausforderung sind wir jeden Tag auch mit neuen Situationen konfrontiert, die uns
immer wieder aufs Neue fordern. "Irgendwas ist ja immer" ist aktuell unser Hauptspruch.
Optimal ist so gut wie nichts, irgendwas ist immer, ist es nun das Wetter, die Wegverhältnisse,
die Frage, wo wir als nächstes Schlafen, die ungewohnte Umgebung, Midges oder alles
zusammen. In den letzten Wochen sind wir schon etwas relaxter geworden und lassen
uns nicht mehr ganz so schnell aus der Fassung bringen. Auch in Anbetracht unseres
geplanten Tagesbudgets müssen wir natürlich einige Kompromisse machen. Der Grundgedanke
dabei ist einfach, 10 Euro mehr oder weniger am Tag bedeuten im Jahr 3650,-
Eine feste Größe ist unsere Ausrüstung. Wenn unser Zelt steht und der Platz relativ ruhig ist, sind wir schon sehr zufrieden, dann kann uns schon mal das Wetter nicht mehr all zu viel anhaben. In unseren Schlafsäcken ist es immer kuschelig warm und trocken. Wir werden auch in den nächsten Tagen mal unsere Ausrüstungsliste ins Netz stellen, weil wir immer mal wieder gefragt werden, was man so mitnehmen kann mit dem Rad. Tendenziell haben wir immer noch zu viel mit, zumindest ginge es auch mit Weniger aber wir wollen auf Nichts mehr weiter verzichten und rüsten eher noch auf. Zu unseren neusten Errungenschaften gehören zwei Kopfmoskitonetze oder wie es hier genannt wird Midge head net. Dazu kommen noch Kerzen, eine Räucherspirale und ein Hautöl, was als Geheimwaffe gegen die Midges gehandelt wird. Mit all dem zusammen lässt es sich hier Abends tatsächlich ganz gut aushalten.
Insgesamt erleben wir alles sehr intensiv, die vielen schönen Momente und auch die
etwas weniger Schönen. Uns geht es sehr gut. Selbst meinem Knie, wo die Diagnose
lautete -
2.09: Wir haben unsere Taktik geändert, statt heute ins Camp 1 aufzusteigen, beobachten wir weiter den Weg vom Basislager aus (wir haben einen Superblick auf den Weg direkt vom Zelt aus). Das Wetter wäre auch zu warm und zu schön für einen Aufstieg. Wir werden lieber gleich noch mal in die Stadt radeln und eher ein Eis essen .
24.08.2010 -
Carsten: Wir sitzen gerade wieder mal vor unserem Zelt, genießen die Abendsonne und
den ersten Tag an dem es bisher nicht geregnet hat, seit dem wir in England angekommen
sind. In England ist vieles anders. Zu erst einmal natürlich der sehr ungewohnte
Linksverkehr. Gerade nach dem Abbiegen befinde ich mich immer noch regelmäßig auf
der falschen Spur. Zum Glück ist Anna sehr aufmerksam und holt mich sehr schnell
wieder auf die richtige Spur zurück. Es gibt hier fast keine Radwege, außer in einigen
größeren Städten, die aber auch sehr verschieden aussehen bzw. sehr zusammengestückelt
sind. Durchgehende Radspuren wie wir das in Deutschland oder Holland kennen, haben
wir hier noch nicht gesehen. Teilweise tauchen ganz unerwartet Radwege oder zumindest
Markierungen auf, die aber 100 m weiter sofort wieder aufhören. Dafür ist dieses
kurze Stück sehr gut beschildert wie fast alles hier. Überall trifft man auf Schilder
die einem sagen was man darf oder nicht darf oder auf was man achten soll. Die Straßen
sind enger als bei uns und vor allem gibt fast keine Randstreifen, Gräben oder sonstiges.
Meistens reichen die vielen Zäune, Mauer und/oder Hecken bis ca. 0,5 m an die Straße
heran. Die meisten Fußwege sind auch sehr schmal. England ist wohl eher ein Land
der Autofahrer, welche auch meistens sehr zügig unterwegs sind. Radfahrer sieht man
eher selten und Reiseradler wie uns haben wir bisher gar nicht gesehen. Die Topografie
verlang einem hier aber auch einiges ab. Es geht überall Auf und Ab selbst in den
flacheren Gebieten. Hatten wir in Deutschland und Holland noch ca. 150 bis 250 Höhenmeter
auf 80 bis 100 km am Tag, so liegen wir aktuell bei bis zu 1000 Höhenmetern auf 50
km. Gefühlt geht es nur noch den ganzen Tag bergauf und -
Anna: An unserem derzeitigen Zeltplatz, der sehr idyllisch gelegen ist, gibt es aber auch nur eine ganz kleine Kleinigkeit zu bemerken. Gegen Abend, wenn die Sonne so langsam hinter den Bergen verschwindet und es windstiller wird, kommen aus dem nahe gelegenen Wäldchen hinter der kleinen Steinmauer aggressive Tiere heraus und greifen uns permanent an. Es sind Schwärme von winzig kleinen Mücken eine besondere Art, die hier "Midges" genannt wird. Diese Tierchen sind unglaublich klein (nur ca. 2mm), man muss schon genau hinschauen. Sie haben aber eine Stechkraft, wie unsere Großen, die überall hinkommen und sogar in die Nase, in die Ohren oder in den Nacken stechen. Was dagegen tun? Alles anziehen, was man so hat, um sämtliche Hautstellen zu bedecken. So sitzen wir gerade mit Mütze bzw. Kapuze und Buff um den Hals, den man auch mal schnell über das gesamte Gesicht ziehen kann, wenns mal ganz schlimm wird, vor unserem Zelt. Als ich dann eine Zwiebel kleinschnitt, befand sich ein Großteil der Midges am Tarpdach. Als wir dann auch noch die rohen Zwiebelstückchen aßen, ließen sie von unseren Gesichtern ab. Es könnte aber auch der heiße Wasserdampf aus dem Topf gewesen sein, der sie etwas zurückweichen ließ. Nun, wir werden wohl noch genug Möglichkeiten haben, um verschiedene Sachen auszuprobieren, diese Tierchen zu vertreiben.
PS: Das Wetter ist zum Davonlaufen. Zu den ständigen Regenschauern kommt jetzt auch noch dazu, dass es deutlich kühler wird.
11.08.2010 -
nach dem wir uns in Deutschland doch relativ viel Zeit gelassen haben, um uns langsam einzufahren und die Landschaft zu genießen, haben wir jetzt doch einen Gang höher geschaltet. Schuld ist der "blöde" Wind zumindest habe ich langsam die Nase voll (Anna tut so, als ob er ihr weniger ausmacht, aber ich glaube ihr nicht ). Nicht das man auch mal Gegenwind beim Radfahren haben kann aber nach 3 Wochen, wo der Wind jeden Tag mehr oder weniger stark von vorne kommt, ist einfach zu viel. So haben wir heute die Gunst der Stunde genutzt (das Schiff stand ausnahmsweise mal abfahrtbereit für uns da) und sind in die Fähre von Hoek van Holland nach Harwich eingestiegen. Sorry, Holland für den kurzen Besuch und auch Belgien werden wir ein anderes Mal besuchen müssen aber das schien uns die beste Lösung. So haben wir mehr Zeit für Großbritannien und Irland und den Westwind sind wir hoffentlich auch los (wenn nicht, werde ich einen Motor an mein Rad bauen lassen).
Anna: Nun meine Meinung zur derzeitigen Situation. Ich möchte hinzufügen, dass mir der Gegenwind mittlerweile wirklich nicht mehr so viel ausmacht, da ich merke, wie meine Muskeln wachsen und ich tatsächlich immer fitter werde. Ich weiß ja nicht, was in Carstens Beinen so los ist. Wir werden schließlich in England zusätzlich zum Gegenwind noch auf eine sehr bergige Landschaft treffen und dann möchte ich das Gejammer mal hören. Das macht nun mal das Radfahren aus. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof... Ist doch so. Carsten: Das klang von Anna vor 3 Tagen auf dem Rad am Ende unseres letzten Rad Tages noch ganz anders. Ich zitiere "Ich bin froh das du vorne im Wind fährst, ich könnte das jetzt nicht mehr"... Anna: Das war auch nach dem Tag, auf dem am Ende unser Zähler 110 km anzeigte. Da darf man dann jammern. Das lag einfach an den fehlenden Kohlenhydraten. Carsten: Ja ja, ihr seht, uns geht es gut und wir freuen uns auf das Kommende, ob nun mit Gegenwind oder ohne. Unser erstes Ziel in England wird wohl Cambrigde werden, Dank eines sehr netten Angebots dort übernachten so können. Wir freuen uns, euch bald aus England berichten so können.
01.08.2010 -
ein erstes kleines Ziel haben wir erreicht. Wir sind in Hamburg. In den ersten 2 Wochen haben wir 570 km zurückgelegt, stark unsere Fitness verbessert und uns an den neuen Tagesablauf gewöhnt. Unsere Muskeln fühlen sich an, wie aufgepumpt. Das ist nicht gut. Schuld daran ist der böige Westwind. Es ist so ungerecht, wenn uns Radler mit einem freudigen und leichtbeschwingten "Hallo" entgegen kamen und wir mit einem gequälten "Haaaalloooo" zurück grüßen mussten. Wir sind schon ganz gespannt, was uns der Nordseeküstenradweg Richtung Niederlande an kräfteraubenden Westwinden bereit hält. Ein Radler sagte mal zu uns, dass wir die Elbe verkehrt herum fahren. Aber was ist daran verkehrt? Carstens Spruch dazu: "Es war schon immer schwerer vom Osten in den Westen zu kommen als vom Westen in den Osten..." Wenn Christoph gewusst hätte, was auf ihn zukommt, als wir bei ihm einrückten, hätte er sicher ein ruhiges, entspanntes Wochenende bevorzugt. Er hat uns dennoch für zwei Nächte beherbergt und ist all seinen gastgeberischen Verpflichtungen nachgekommen, dazu gehörte: unsere Wäsche waschen, einen Ausflug an den Elbstrand zu machen, eine warme Dusche zur Verfügung zu stellen sowie Schlafplatz und lecker Essen. Nicht zu vergessen, dass wir ihm die Bude mit all unseren Sachen zugestellt haben. Zum Glück war sein Mitbewohner nicht da, so dass wir diesen Raum auch noch benutzen konnten. Er sagt, es wäre alles nicht so schlimm aber wir glauben ihm nicht. Dem Globetrotter haben wir ebenfalls einen Besuch abgestattet, um unsere Ausrüstung noch etwas zu verfeinern. Nun hoffen wir, dass wir morgen mit einigermaßen erholten Beinmuskeln starten können und so langsam aber sicher Deutschland in der kommenden Woche verlassen können.
PS: Kursiv geschriebenes wurde diesmal von Carsten nachgetragen.
28.07.2010 -
gerade sitzen wir unter unserem Tarp (eine Art Vorzelt als Plane über den Eingang gespannt) und freuen uns über die kleine Regenhusche , die uns etwas Abkühlung bringt. Wir haben heute einen Ruhetag . Unsere Muskeln brauchen etwas Erholung. Wo ich leider oft etwas übermotiviert bin, was das Radfahren betrifft, bremst uns Carsten zu Recht. Denn zu viel am Anfang ist nicht gut, sonst ist unsere Tour früher zu Ende, als gewollt. Wir hatten gestern ziemlich starken Gegenwind, da hat Carsten sein Knie gemerkt. Aber es ist alles im grünen Bereich. Ja, das Wetter ist zur Zeit ganz angenehm. Sonne und Wolken wechseln sich ab und es ist nicht so heiß. In der Nacht ist es sehr angenehm. Es könnte ruhig noch etwas kühler sein, dann kann man sich so schön in den Schlafsack kuscheln aber zur Zeit legen wir ihn noch wie eine Decke auf uns. Landschaftlich gesehen ist die Elbe mit ihren Elbwiesen sehr schön. Oft fahren wir auf dem Damm und haben so einen weiten Blick über die Elbe. Seit gestern befinden wir uns in Niedersachsen genau in Gatow. In den nächsten drei Tagen sollten wir in Hamburg ankommen. Carsten sitzt gerade gummibärchenessenderweise neben mir und träumt vor sich hin. Wenn ich nicht aufpasse, bekomme ich keine mehr ab. Unser Hunger ist doch recht groß geworden. Wenn wir durch den Supermarkt gehen, dann müssen wir sehr aufpassen, dass wir uns nicht den gesamten Korb voll hauen. Das Essen muss ja schließlich noch in unsere Küchentaschen passen. Gestern haben wir uns jeder einen dicken, fetten, leckeren Eisbecher mit viel Sahne gegönnt. Das war ein echtes Highlight. Wir müssen doch schließlich unsere Kohle zusammenhalten. Uns geht es sehr gut . Wir freuen uns über die viele Zeit, die uns am Tag plötzlich für unsere eigene Nutzung zur Verfügung steht.
25.07.2010 -
Am Mittwoch konnten wir uns endlich von unseren Lieben in Bad Düben losreißen, was nicht leicht war. Die Gesellschaft und die Verpflegung waren erstklassig. Die ersten Kilometer fühlten sich immer noch recht schwer an, aber mit jedem Tag wird es besser. So langsam kehrt auch eine gewisse Routine ein. Wir wissen wieder, wie alles funktioniert. Jeder für sich hat ein gewisses System, um nicht die Übersicht zu verlieren. Gut, teilweise verschwinden immer noch Dinge, die man fast schon als verloren glaubt, nur um sie im nächsten Moment an einem ganz anderen Platz als vermutet wieder zu finden, nach dem man schon sämtliche Packtaschen bis auf den letzten Schlüpfer geleert hat. Im Moment sitzen wir vor unserem Zelt kurz vor Magdeburg und genießen den kühlen Wind nach den vielen heißen Tagen. Bis hierher sind wir kilometerlang durch Wälder (Dübener Heide eben) gefahren, teilweise ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Auch sonst sieht die Gegend oft sehr verlassen und still aus. In den wenigen kleinen Ortschaften, durch die uns unser Weg führt, sehen wir kaum einen Menschen (wohl wegen der Hitze). Es ist toll, eine Gegend so ganz anders kennenzulernen, als man sie aus dem Auto heraus kennt. Womit wir auch nicht gerechnet hätten ist, dass wir nur selten an Einkaufsmöglichkeiten vorbeikommen und die Erschließung mit Internet auch zu wünschen übrig lässt, zumindest hätten wir uns das leichter vorgestellt. So können wir unsere Seite im Moment doch nicht so oft aktualisieren.
P.S. Kursivgeschriebenes wurde von Anna auf persönlichen Wunsch nachgetragen...
19.07.2010 -
nach Monaten der Vorbereitungen und Wochen der Schlepperei sind wir heute nun gestartet. Wir lassen viel zurück, um uns diesen Traum zu erfüllen, für eine gewisse Zeit möglichst frei und ungebunden zu sein. Wir möchten allen Danken, die uns in unserem Vorhaben bestärkt und uns bei der Vorbereitung geholfen haben.
Es ist gut zu wissen, dass wir jederzeit wieder zurück kommen können und der eine oder andere uns für eine Zeit lang aufnehmen würde. Wir hoffen aber, dass wir davon nicht allzu bald Gebrauch machen müssen.
14.05.2010 -
das ist nun der erste Newsletter von uns. Das Wichtigste vorweg, unsere Internetseite
www.tollimsattel.de ist jetzt online! Ihr seit herzlich eingeladen, euch die Seite
mal in Ruhe anzuschauen und uns eure Meinung dazu mitzuteilen. Hier noch einmal ein
paar kleine Worte zu unserem Vorhaben, da noch nicht alle auf diesem Newsletter davon
wissen :-
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